Die sportliche Druckerei
Im Jahr 1949 , im Gründungsjahr der BRD, fing alles ganz bescheiden an: In einer Baracke aus Holz und mit einigen wenigen Angestellten nahm der Landwirtschaftsverlag in Münster-Hiltrup seine "Hausdruckerei" in Betrieb. Es folgten die "Wirtschaftswunderjahre", in denen der "Buchdruck" oder der sogenannte "Hochdruck" den Stand der Technik darstellte. Man druckte mit zum Teil handgesetzten Buchstaben und maschinell erstellten Lettern aus einer Bleilegierung in "Heidelberger Schnellpressen" und auf dem berühmten "Heidelberger Tiegel". Anfang der 70er Jahre des vergangenen Jahrhunderts wurde die Technik, die einst Johannes Gutenberg so berühmt machte, durch die des Erfinders Sennefelder, den Offset- bzw. Flachdruck, mehr und mehr verdrängt. Die Offsetmaschinen, die anfangs nur einfarbig drucken konnten, wurden ab 1983 durch Zweifarbenmaschinen ersetzt. Im Jahr 1993 nahm die Druckerei des Landwirtschaftsverlages ihre erste Vierfarbenmaschine in Betrieb. Es konnte nun in nur einem Arbeitsgang eine komplette Bogenseite mehrfarbig gedruckt werden. Für Besucher bedeutete das: "Weißes Papier hinten hinein und bunt fertig gedruckt vorne heraus". In den ersten Jahren des neuen Jahrtausends kamen noch eine zweite Vierfarben und sogar eine Fünffarben, auf der man noch eine Schmuckfarbe zusätzlich drucken konnte, hinzu. Das Unternehmen wuchs zu einer stattlichen Druckerei heran. Ende April 2007 wurde die Druckerei als 100%iges Tochterunternehmen des Landwirtschaftsverlages ausgegründet. Das Unternehmen nannte sich nun "LV DRUCK GmbH & CO KG". Glaubte man, dass das Wachstum bis dato ausgereizt war, wurde man vom neuen Geschäftsführer, Stefan Klinksiek "eines Besseren belehrt": Das Unternehmen wurde zur Jahreswende 2008/09 mit einer neuen zukunftsweisenden Drucktechnologie ausgestattet. Die Heidelberger "XL", der Name ist Programm, kann nun völlig neue Geschäftsfelder für das junge, aufstrebende Unternehmen eröffnen. Im sogenannten UV Offset Druckverfahren lassen sich z.B. Kunststoffe aller Art bis zu einer Dicke von "1mm" bedrucken. -Ein Novum im Bereich UV-Offset. Es können natürlich auch herkömmliche Papiere verarbeitet werden. Eine Kaltfolien-Prägeeinheit komplettiert das System der Hiltruper Ideenschmiede. Es kann mit der neuen Maschine nun "Drucken" und metallisierte Effekte gleichzeitig auf die Bedruckstoffe bringen. Waren früher hierfür mehrere Maschinen im Einsatz, kann dies nun alles in einem Arbeitsgang erledigt werden. Ferner können die Hiltruper Drucker auch Stanzen und Prägen und mehrschichtig Lackieren. Dass die Maschine daraus resultierend auf stolze 18 Meter Länge und rund vier Metern Höhe kommt, ist nicht verwunderlich. Die LV.DRUCKerei produziert ein breites Sortiment an hochqualitativen Druckprodukten: Bücher, Kunstkataloge, Fachzeitschriften mit Titelseiten in glänzend spiegelndem Lack oder edlen Gold- und Silber Effekten oder Briefbogen, Plakate, Werbemittel alller Art, Verpackungen, Kunststoff- und Foliendruck und vieles mehr. Um seine Druckprodukte konfektionieren und optimal verpacken und zum Endkunden verschicken zu können, betreibt LV.DRUCK ein eigenes Logistikzentrum, um seinen Kunden vom Anfang bis zum Ende das "volle Programm" an Beratung, Druck und Versand zu bieten. Flache Hierarchien im Unternehmen schaffen eine zufriedene, motivierte und flexible Mitarbeiterschaft, welche sich in Folge des Wachstums in der Zahl von anfangs 40 auf nun über 80 Kolleginnen und Kollegen kontinuierlich erhöhte. Nebenbei kann man im "kleinen Maschinenmuseum" erleben, wie der gute alte Heidelberger Zylinder und der Tiegel, als Stanz-, Nut- und Prägeeinheiten, noch voll im Herstellungsprozess eingebunden, brav ihren Dienst verrichten. Damals wie heute...